Monday, 25. january 2010 1 25 /01 /Jan. /2010 18:52

Mein Traum von letzter Nacht:

 

Ich stand im Wohnzimmer unserer alten Wohnung in L. Ich schaute aus dem Fenster und sah meine Schwiegertochter, die lachend mit ihrer 2jährigen Tochter K. spielte. Dabei standen auch noch ihr Mann und meine Tochter und sahen zu. In dem Moment drehte ich mich um und sah in dem Raum, der eigentlich die Küche war aber nun nur ein leeres Zimmer war, ein kleines Kind. Ich ging hin und sah K. in einer zweiten Ausfertigung. Sie war wesentlich ruhiger, als das „echte“ Kind und schien auch liebevoller mit allem und jedem umzugehen. Ich nahm das Kind in die Arme und sie ließ sich drücken. Ich merkte, dass ich auch dieses Kind total liebte und es stellte sich raus, dass meine Schwiegertochter mit mentalen Kräften, das 2. Kind erschaffen hatte. Warum, wußte sie selbst nicht und war außer sich und wollte es vor allen geheim halten. Darum blieb das 2. Kind bei mir.

 

Dann war ein Schnitt.

 

Ich kam abends heim und das Zimmer, wo die kleine K. bei mir wohnte war leer. Da lagen all ihre Spiel- und Schmusesachen herum, aber sie war nicht mehr da. Meine Schwiegertochter gestand mir unter Tränen, dass sie nicht gewußt hätte, was sie mit ihr machen sollte und sie darum an einen reichen indischen Kaufmann verkauft hätte. Der habe sie mit nach Bombay genommen. Ich war fassungslos und fragte sie, wie sie das über sich gebracht hätte? Und sie sagte, die Kleine gäbe es doch gar nicht richtig. Sie würde nie einen Ausweis kriegen, weil sie ja nicht gemeldet wäre. Sie hätte hier keine Chance überhaupt in den Kindergarten oder in die Schule zu kommen. Außerdem habe sie ja eine K. und das sei die richtige. Aber ich weinte und fragte, ob sie nicht daran gedacht hätte, dass die andere K. sie so sehr lieben würde, wie die andere und an ihr hängt. Dass sie sich furchtbar einsam und verlassen fühlen muss... noch dazu mit fremden Menschen, ein fremdes Land, eine fremde Kultur und eine fremde Sprache. Sie meinte, das würde sie alles lernen, sie sei klein genug und sie brauchten dringend das Geld. Ich verstand meine Schwiegertochter nicht, dass sie so kalt sein kann und weinte weiter. Mir tat das Kind so unendlich leid und ich wollte sie so schnell wie möglich wieder haben. Ich sagte ihr, wir müssen zur Polizei gehen. Da weinte sie und fragte mich, ob ich wolle, dass sie ins Gefängnis muß. Immerhin habe sie ja ein Kind verkauft.

Ich sagte ihr, die Zeit spielt eine große Rolle. Wenn erstmal Jahre vergangen sind, dann spricht sie nicht mal mehr Deutsch und kennt nur die indische Familie als ihre Familie und wird nicht mehr zu Dir wollen. Schon jetzt zählt jeder Tag. Sie wird durcheinander sein und einen Schock fürs Leben haben. Meine Schwiegertochter weinte nur weiter und sagte, dass sie nicht noch ein Kind haben kann. Es sei jetzt schon so schwer. Es war sehr verworren und dann...

 

Wieder ein Schnitt.

 

Ich stand im Treppenhaus meiner Schwiegereltern und ging in den Keller hinunter. Am Fußende der Treppe ging links ab eine verborgene Tür. Ich öffnete sie und darin stand ein grober Holztisch und ein Holzregal an der Seite. Überall waren verschiedene Gläser und Flaschen. Es sah aus, wie in einem altertümlichen Laboratorium. Ich wußte, dass die Polizei das alles hier nicht finden dürfe. Es ging darum, dass der Inder umgebracht werden sollte. Ich ging wieder hinaus und schloß die Tür hinter mir.

 

Wieder ein Schnitt.

 

Ich hob eine zweite A. aus ihrem Bettchen in meiner Wohnung (die ich in echt nicht kenne, also die Wohnung... sah ein bißchen aus, wie das Haus meiner Eltern, wo ich aufgewachsen bin) und ich war durcheinander, dass meine Schwiegertochter es schon wieder getan hatte... diesmal hatte sie das wenige Monate alte Baby A. neu erschaffen und ich war entschlossen, es zu behalten, damit dem Baby nichts passiert und es nicht auch verkauft wird. Ich ging ins Schlafzimmer, mein Mann lag auf dem Bett halbaufgerichtet und las eine Zeitschrift, während das Radio lief. Ich kam mit dem Baby auf dem Arm zu ihm und legte es an seiner Seite ab. Er sah mich an und fragte, was er damit machen sollte. Ich sagte, dass die Kleine lieb sei und er soll auf sie aufpassen, dass ihr nichts geschieht. Ich müsse zur Verhandlung.

 

Wieder ein Schnitt.

 

Ich lief eine sehr breite Treppe hinauf, durch große Glasflügeltüren und stand in einer Art altmodischem, aber sehr weitläufigem Kaufhaus. Ich wußte nur, dass es mitten in Frankfurt, in der Nähe des Gerichtes war. Meine erwachsenen Kinder waren in dem „Laden“ verteilt, ansonsten waren nur einige uniformierte Polizeibeamte in der Nähe des Ausganges. Meine Tochter wollte sich Reizwäsche kaufen und ich nahm irgendwas, um sie von da wegzulocken und sagte, dass ich ihr das Ding bezahle, aber sie müsse nun schnell bei der Polizei anrufen, weil die mich um 18.30 Uhr hinbestellt hätten, wegen einer Vernehmung. Ich aber um die gleiche Zeit in den Gerichtssaal zur Verhandlung als Zeugin müsse. Sie habe doch ihre Handynummer da angegeben und wenn sie angerufen wird, soll sie sagen, dass ich in der Verhandlung sei und später kommen würde. Das Gespräch fand schon an der Kasse statt, die direkt am Ausgang war. 3 Polizeibeamte (Sie waren alle wie in amerikanischen Filmen uniformiert. Dunkelblau mit Waffen an der Seite) schauten zu und hörten vor allem zu. Einer kam und hob mit einem leicht fragenden Grinsen das Höschen hoch, welches Grösse 44 war. Meiner Tochter war das peinlich, dass ich in der Eile die falsche Grösse gegriffen hatte. Ich riss das Höschen an mich und drückte es ihr in die Hand. Ich sagte „Oh nein, Du hast doch 36! Los, hol schnell ein anderes!“ und sie rannte los. Neben der Kasse war ein Stuhl mit hoher Rückenlehne, darüber hatte ich beim eintreten anscheinend meine Jacke hingeworfen (aber die Szene kam gar nicht im Traum vor, ich sah nur auf einmal meine Jacke und wußte, dass es draußen eisig kalt war) Ich wollte nach der Jacke greifen, aber ein ca. 35jähriger Polizist war schneller und hielt sie mir entgegen. Das war auf einmal eine erotische Situation, die mich verwirrte. Ich wollte die Jacke nehmen, aber er hielt sie fest und ging mit mir zur Tür, die ja nicht weit weg war. Ich ging rückwärts und zog die ganze Zeit an meiner Jacke und er sah mir dabei in die Augen und sagte dann etwas. Ich verstand es nicht und fragte „Wie bitte?“ und er wiederholte es... wieder ging es im Lärmpegel der Straße unter. Ich nickte nur hilflos und zog schnell meine Jacke an, er half mir hinein und ich rannte weg.

 

Wieder ein Schnitt.

 

Ich stand in einem schmalen, dunklen Flur. Einige Meter vor mir war eine Tür offen und dort war es hell. Ein Richter saß mir quasi gegenüber. Ich konnte in den Gerichtssaal sehen, aber mehr wie den Richter sah ich nicht. Nur dass er mit anderen sprach und sich mal nach rechts, mal nach links neigte, und Anweisungen gab oder Fragen stellte. Ich mußte auf einmal furchtbar aufs Klo (hatte auch in echt einen Mordsdruck und hab beinah ins Bett gemacht^^) und zappelte herum. Ich mußte warten, bis ich an der Reihe war, meine Aussage zu machen. Es ging darum, dass die zweite K. anerkannt werden sollte und ich dachte mir nur „Der Richter kriegt jetzt schon einen Ausraster, was ist, wenn er von der zweiten A. erfährt?“ Von dem Mord an dem Inder war keine Rede und ich wußte, dass ich ihn umgebracht hatte - aber ich wußte nicht mehr, wie oder wann. Auf einmal deutete er nach links und sagte „Dort lang!“ und ich wußte, dass er meine Not bemerkt hatte und mir den Weg zur Toilette wies. Da ging kurz vor seiner Türe ein schmaler, dunkler Flur ab, den ich bis dahin nicht mal gesehen hatte. Ich hastete den Flur entlang und stieß eine Holztüre auf... dann wachte ich auf

 

Ende

 

von Sensibelchen - veröffentlicht in: Der normale Wahnsinn - Community: Befreiung des "Inneren" Kindes
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Sunday, 22. november 2009 7 22 /11 /Nov. /2009 09:30
Juhuu - es ist endlich soweit! Ich habe meine Wechseljahre und ich weiß auch, dass sie es sind.

Da meine Gebärmutter vor mittlerweile 18 Jahren entfernt wurde, hatte ich sowieso seitdem keine Periode mehr. Das einzig untrügliche Zeichen, was normale Frauen eben so haben.. "Huch, meine Tage kommt nicht mehr - bin ich schwanger? Nee, wie auch... also Wechseljahre!" Nein, das hatte ich nicht.

Vor ungefähr 10 Jahren hatten wir einen scheiß-heißen Sommer und ich hab gedacht ich verglühe. Mein Mann wie immer der Sonnenschein meines Lebens grinste mich an und meinte, ihm sei es nicht heiß! Ich hätte wohl schon meine Wechseljahre!

Was ein Volldepp - immer in den wichtigsten Phasen meines Lebens hat er mir das Gefühl vermittelt, dass ich unzulänglich, nicht normal sei!

Und da auch wieder... ich hab mir das tagelang angehört und irgendwann wirklich gedacht, dass mit mir was nicht stimmt. Ich bin zum Frauenarzt und hab ihm gesagt, dass ich so schwitze und mir Gedanken mache, ob es denn die Wechseljahre seien... er nahm Blut ab und machte einen Hormonstatus - ich hatte keine Wechseljahre!

Meinem Mann sagte ich es und er zuckte mit den Schultern, nach dem Motto "Wenn Du auch so einen Schwachsinn glaubst?!" Und da hatte ich es wieder... wieder war ich es, die überreagiert hatte, ich war es, die nicht normal war.

Aber nun wachte ich vor 2 Wochen auf und war schweißgebadet. Ich war irritiert und stand auf, machte mich frisch und konnte weiterschlafen. In der nächsten Nacht wieder ein Schweißausbruch und da dachte ich mir schon, dass das die Wechseljahre seien... aber dann war nix mehr mit Schweißausbrüche. Ich hatte nur wahnsinnige Schlafstörungen und mein Herz schlug schneller. Richtiges Herzrasen nicht, aber lästig so ein kleiner Klopfer, wenn man einschlafen will und es dann nicht kann.

Mein Biorhythmus kam total durcheinander und ich konnte bald überhaupt nicht mehr schlafen. Ich lag stundenlang glockenwach im Bett... aber morgens oder dann gegen mittag haute es mich um und ich hätte vor Müdigkeit weinen können.

Ich versuchte mit Macht wieder zu einer zivilen Zeit zu schlafen... aber das ist mir bis heute noch nicht gelungen. Ich schlafe jetzt zwar auch mal wieder 4 Stunden am Stück, aber das sind Glücksmomente. Meist wache ich im Stundentakt auf, ich schau auf die Uhr und schlaf wieder ein - aber ich schlafe. In der Nacht von Freitag auf Samstag war ich sehr erledigt, weil meine jüngste Enkelin (6 Wochen) ins Krankenhaus mußte und ich war ziemlich eingespannt am Freitag, weil ich die Große (2Jahre) beschäftigen mußte. Ich war also schlag-k.o., fiel abends ins Bett und schlief wirklich über 6 Stunden erholsam - große Freude!

Und letzte Nacht leider wieder nur 4 Stunden, aber wenigstens an einem Stück... ich hasse Schlafstörungen. Heute abend soll ich wieder Babysitten und dann werd ich totmüde sein. Mist halt!

Aber ich schweife ab: Meine Wechseljahre sind also im Anfangsstadium, obwohl ich mir gern einreden würde, dass es schon mittdendrin sei. Warum? Na, weil ich dann das Schlimmste hinter mir hätte^^

Und dann kam sie... meine erste Hitzewallung. Ich hatte vorher natürlich gehört, dass es sowas gibt.. aber dass es mich treffen würde? Oh Mann... manchmal ist man echt naiv.

Am Donnerstagabend kam mein Sohn mit Familie und 5 Minuten, ehe sie kamen, wurde mir heiß. So richtig heiß! Ich hatte das Gefühl, mein Blut würde kochen. Ich dachte schon, ich krieg Fieber oder so. Im Wohnzimmer war die Heizung an, nicht mal zu warm, "nur" 18 Grad. Aber ich konnte nicht atmen und ging in die wesentlich kühlere Küche. Der Besuch kam, die Enkelkinder waren süß, die 2jährige gab mir einen Kuß und ich drückte sie kurz und verschwand in die Küche.

Meine Schwiegertochter war leicht irritiert... ich hab mit ihr ein gutes Verhältnis, aber ich war offensichtlich aus der Spur. Ich ging vor die Haustür, es war dunkel und juhuuuu! frostig. Am liebsten hätte ich mein Shirt ausgezogen und mich mit Eiswasser übergossen. Immer wieder ging ich nach draussen, weil ich drin kaum atmen konnte. Ich dachte früher, Hitzewallungen, das sind so ein, zwei oder auch mal fünf Minuten und dann ist es wieder weg... meine dauerte von 19.00 Uhr bis 21.00 Uhr! Und ich denke, beendet wurde sie erst, als ich mir das Hormongel auf die Arme sprühte und verrieb. Das Gel hab ich im Januar bekommen, weil ich da schon mal massive Schlafstörungen und arg trockene Haut hatte... wobei ich schon so lange wie ich denken kann, trockene Haut habe.

Mein Frauenarzt hat sich zur Ruhe gesetzt und die Ärztin ist so eine, die kein Blut abnimmt. Sie sagte mir "Ich behandel Menschen und keine Laborwerte!" Boah - ich such mir einen anderen Frauenarzt, echt!!!!! Jedenfalls verordnete sie mir das Gel.. ich las die tausend, teils schwerden Nebenwirkungen durch und stellte es ins Regal^^

Dort stand es noch treulich, als ich vor Hitze kaum noch atmen konnte und eine Viertelstunde, nachdem ich es benutzt hatte, war die Wallung vorüber - kann aber auch nur Zufall gewesen sein. Normalerweise muß man es täglich benutzen... aber die Nebenwirkungen, die Nebenwirkungen *seufz*  ....und dann sind die "Anfälle" ja auch noch nicht sooooo häufig. Also wenn ich das jeden Tag hätte, dann Gute Nacht... ein Hoch auf die Pharma und her mit dem Zeug!

Und heute morgen, also so kurz nach 9 Uhr meine 2. Hitzewallung. Geht... sie hält noch an.

Warum schreib ich das? Damit ich es zum einen nicht vergesse (falls der Arzt fragt^^) und zum anderen, damit andere Frauen wissen, was ihnen bevorsteht. Oder bevorstehen kann. Ich denke, das ist wie bei einer Schwangerschaft. Das wird nicht bei jedem gleich sein.

Ich wäre froh gewesen, wenn ich das vorher genauer gewußt hätte.

- 2 Nächte hintereinander Schweißausbrüche
- 1 Woche später die erste Hitzewallung
- 3 Tage später die zweite Hitzewallung

Und das alles im Alter von 50 Jahren - demnächst berichte ich mehr von der Front

von Sensibelchen - veröffentlicht in: Der normale Wahnsinn - Community: ISt das echt mein Leben? Shit!
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Thursday, 29. october 2009 4 29 /10 /Okt. /2009 04:34
Als Kind gab es nicht sonderlich viele Höhepunkte in meinem Leben.

Es herrschten zudem merkwürdige Regeln in unserem Haus. Wir durften niemals auf die Straße. Hinter dem Haus gab es einen Garten. Aber da das Grundstück mitten in Frankfurt am Main lag, gab es dementsprechend viele Nachbarn, vor allem ruhebedürftige Nachbarn. Ich habe schon von früh auf geschimpft bekommen "Ein Mädchen rennt nicht!" und ich ging langsamer. Meine Mutter riß das Fenster auf und schrie "Ein Mädchen springt nicht!" und ich hörte auf zu springen.

An einem heißen Sommertag spielte ich also in unserem Garten allein mit meinem Ball. Meine Geschwister hatten keine Lust und so dotzte ich ihn immer auf und fing ihn beim hochprallen. Bauz da flog die Tür der Nachbarin auf und sie keifte los "Es ist Mittagszeit! Hör sofort auf mit dem Ball zu spielen!" Ich stand eingeschüchtert in unserem Hof und wartete, bis die Nachbarin ihre Tür wieder geschlossen hatte. Ich warf den Ball nun vorsichtig in die Luft und fing ihn so lautlos wie möglich wieder auf. Rums flog die Türe auf und die Nachbarin schrie mich an "Ich hab dir gesagt, du sollst mit dem Ball aufhören!" In dem Moment ging unsere Hintertür ebenfalls auf und meine Mutter schaute entschuldigend zur Nachbarin. Sie sagte "Die hört einfach nicht, ich weiß nicht, was ich noch machen soll!" Und zu mir "Du kommst sofort rein und wehe ich hör noch einen Mucks von Dir!" Und ich senkte den Kopf und schlich an meiner Mutter vorbei ins Haus.

Draußen lag der Garten im Sonnenschein und ich saß in meinem Zimmer auf dem Bettrand. Das Zimmer war sehr eng, da gabs nur an jeder Seite ein Bett und Spielsachen schon mal gar nicht. Mein Ball war mein Schatz. Den hatte ich zum Geburtstag geschenkt bekommen und damit mir keiner den wegnahm, versteckte ich ihn unter meinem Bett. Ganz tief bis an die Wand, damit ihn ja keiner sehen konnte. Augenblicke später wurde die Tür aufgestossen und mein Bruder T. stand im Zimmer. "Wo ist der Ball? Wir wollen Fußballspielen gehen!" Ich heulte los "Das ist mein Ball!" Aber er kannte mein Versteck und lag schon auf dem Bauch, angelte nach meinem Ball und rannte die Treppe runter. Ich hinterher und direkt in die Arme meiner Mutter. Ich schrie "Mein Ball, die machen ihn nur kaputt. Das ist kein Fußball!" War er auch nicht. Er war sehr bunt und eine kleine Schildkröte war neben dem Ventil aufgemalt. Soviel  wußte ich, das war eine Marke, eine teure Marke. Meine Mutter hielt mich fest und mein Bruder grinste. Ich war wütend und schrie "Das ist mein Ball!" und meine Mutter schüttelte mich und schrie mich an "Ein Mädchen schreit nicht! Hast Du verstanden?" Sie ließ mich los und sagte mit Abscheu "Du bist gar kein richtiges Mädchen! Guck mal drüben die Monika P., das ist ein hübsches Mädchen. Aber Du?" Meine kleine Schwester kam aus dem Wohnzimmer und meine Mutter sagte gehässig zu ihr "Paß nur auf, dass Du nie so wirst!"

Gewalt ist nicht nur Schläge. Meine Mutter hat mich immer, als Kleinkind, als Kind, als Jugendliche und selbst als Erwachsene gedemütigt, beleidigt und beschimpft. Ich habe erst vor wenigen Jahren die Kraft gefunden mich davon loszusagen. Sie fragt nicht mal, warum ich nicht mehr komme, nicht mehr anrufe... es interessiert sie einfach nicht. Ich weiß, dass ich weinen werde, wenn sie mal stirbt. Aber ich weiß nicht, warum.

Ich war vermutlich kein sehr liebenswürdiges Kind, ich war aber ein Kind... und wurde teils behandelt, als hätte ich ein Verbrechen begangen. Und ich weiß bis heute nicht warum.

Als ich 5 Jahre alt war, wir waren in dem Jahr grade umgezogen und meine Schwester noch sehr klein, da durfte ich mit meine Tante nach Erfurt fahren. Juhuu - ich hatte keine Ahnung, was das bedeuten sollte, ich war ja noch nie weggewesen. Aber meine Mutter machte einen Mordsaufstand, also mußte es was besonderes sein. Es hieß, dass wir sehr früh aufstehen müßten und darum sollte ich eine Nacht bei meiner Tante Ilse verbringen. Ich liebte sie sehr. Ich sagte eingangs, dass es nicht viele Höhepunkte in meiner Kindheit gab - der Besuch von Tante Ilse war immer ein absoluter Höhepunkt. Sie brachte ein Lächeln und vor allem eine große Handtasche mit. Immer war da etwas für uns drin und nach den ersten Küßchen sagte sie immer "Bringt mir mal meine Handtasche!" und wir rannten in den Flur und brachten sie ihr ins Wohnzimmer. Sie machte sie auf und zog eine riesige Tafel Schokolade heraus, oder eine Tüte Bonbons. Irgendwas war da immer drin. Und weil sie meine Patentante war, bekam ich von ihr regelmäßig ein neues Stofftaschentuch. Ich liebte ihre Taschentücher. Die waren so ganz anders, als die Sachen, die wir daheim hatten. Feiner, mit Spitzen, bestickt oder mit Bildern. Ich hab heute noch 2 von diesen Taschentüchern aufgehoben.

Und mit dieser Lieblingstante, die immer so viel hübscher und jünger als meine Mutter aussah, obwohl sie selbst auch Mutter war, mit ihr durfte ich also mitgehen. Ich kann mich nicht mehr an alles erinnern, die Nacht war sehr aufregend und ich machte mit meiner Cousine die halbe Nacht Quatsch... wir giggelten und schmissen mit Kissen, bis meine Tante reinkam und nicht schimpfte, sondern mich schnappte, hinlegte und sich zu mir an den Bettrand setzte. Sie sprach mit mir , mit ihrer lieben, weichen Stimme und versuchte mich zu beruhigen. Eine neue Erfahrung. Bei uns daheim wurde nur geschrien oder gleich zugeschlagen.

Irgendwann bin ich wohl eingeschlafen und am anderen Morgen saßen wir sehr früh im Interzonenzug. Und ab gings rüber in die Ostzone, wie mein Vater sagte. Ich saß in einem Abteil voller älterer Leute. Ein Mann hatte mich auf dem Schoß und ich hatte mein Püppchen in der Hand. Ich sang ein Kinderlied und alle Leute lächelten. Ich war sonst immer so scheu und schüchtern, aber hier war ich unversehens durchs Kaninchenloch ins Wunderland geschubst worden und ich fühlte mich so wohl, wie noch nie zuvor in meinem Leben. Ich hörte, wie meine Tante etwas freundlichesüber mich sagte. Sie antwortete auf Fragen der Mitreisenden und ermunterte mich, ein weiteres Lied zu singen. Ich weiß nur, dass sie sehr lieb von mir sprach - eine neue Erfahrung.

Irgendwann waren wir dann da - das Haus meiner Tante Margot war sehr düster und der Onkel schien sehr streng zu sein. Ich hatte bisher noch keine Erfahrung mit lieben Männern gemacht und drückte mich hinter meine Tante Ilse. dann mußte ich mich direkt an den großen Tisch im Wohnzimmer setzen und der Onkel sagte mit seiner tiefen Stimme "Sitz grade! Das mußt Du doch schon wissen, wie man bei Tisch sitzt, nicht wahr?" Ich war eingeschüchtert und meine Tante goß mit einem Schwupps einen Schwall Erbsensuppe auf meinen Teller. Dicke, grüne Erbsen kullerten da in der Suppe herum und dazu ein langes Wiener Würstchen. Ein Würstchen ganz für mich allein. Ich mochte die Suppe nicht und versuchte unauffällig nach dem Würstchen zu angeln. Aber da sagte der Onkel "Hier wird alles gegessen, nicht nur die Wurst!" ich fühlte mich so hilflos und wußte nicht, wie ich meine Wünsche äußern könnte. ich traute mich nicht zu sagen, dass ich die Suppe nicht mag und schob den Teller weg. In meiner Not schrie ich "Ich will wieder heim!" und rannte in das Zimmer, welches sie mir vorher gezeigt hatten. das Zimmer, wo meine Tante Ilse schlafen sollte. Dort lag ich auf dem Bauch und schluchzte in das Kissen. Ich hörte wie die Erwachsenen auf einmal besorgt über mich sprachen. Tellergeklapper und meine Tante Ilse, meine liebe Tante Ilse in ruhigem Ton "Das wird schon, das ist nur die Aufregung. Sie ist das doch gar nicht gewöhnt!"

Ich lag da, hatte Hunger und auf einmal kam meine Tante Margot mit meinem Teller ohne Suppe, nur mit dem Würstchen herein und stellte ihn auf den Nachtisch. Sie sagte unsicher "Wenn Du Hunger hast, kannst Du das Würstchen später essen, ja?" Und ging, nachdem ich weiter mein Gesicht versteckte, wieder zurück in die Küche. Irgendwann richtete ich mich schniefend auf und aß das Würstchen. Danach gings mir gleich besser. Die Türe stand auf und meine Tanten standen beim Abtrocknen in der Küche. Sie sahen mich an und lächelten. Vorsichtig nahm ich den leeren Teller und ging zu ihnen. Kein Vorwurf, nichts. Meine Tante Margot fragte "Na, jetzt hat es Dir doch geschmeckt? Das ist fein!"

So war das... keine bösen Worte, kein Geschimpfe.. ich war auf einmal liebevoll in einer kleinen Familie aufgenommen. Mein Onkel, vor dem ich so eine Angst hatte, spielte mit mir und den Tanten Schwarzer Peter und ein Brettspiel. Mein Onkel sagte mir, dass wir morgen in den Zoo gehen. Und abends nach dem Sandmännchen, durfte ich zwischen Onkel und Tante schlafen.

Die Tage waren voll mit Lachen und ich immer im Mittelpunkt. Ich wurde in dieser einen Woche nicht einmal geschlagen und immer wurde ich gefragt, ob ich dieses oder jenes wollte. Im Zoo sagte mein Onkel "Ui, ich glaub, ich muß mal auf's Klo." Und dann sah er mich an "Muß unsere Prinzessin auch?" und ich nickte. Er nahm mich an die Hand und sagte "Dann müssen wir aber rennen, ja?" und er rannte mit mir zum Klo - eine neue Erfahrung, ein Mann, der Blödsinn mitmachte.

Die Zeit ging viel zu schnell herum. Auf einmal standen wir in einem Laden und meine Tante Ilse sagte "Jetzt müssen wir was zum Vatertag kaufen." und sie hielt mir einen sehr kleinen bunten Kranz, der mit allerlei Beeren besetzt war entgegen "Weißt Du was das ist?" Ich schüttelte den Kopf und sie sagte "Das ist ein Tropfenfänger - kennst Du das nicht?" Wieder schüttelte ich den Kopf "Was ist das?" Sie sagte "Damit werden Tropfen aufgefangen!" und fing an zu lachen. Der Mann im Laden lachte auch und ich sagte "Was ist das denn nun?" Sie mußte weiterlachen, versuchte es aber zu erklären. Irgendwann ging sie in die Hocke und zog mich an sich. Sie versuchte es nun ernstlich. "Schau mal, der Kranz hat da innen drin ein Schwamm, fühlst Du den?" ich fuhr mit meinem Finger andächtig hinein und nickte. Sie sagte "Und wenn der Papa eine Weinflasche aufmacht, dann kommt der Kranz über die Flasche und dann läuft nichts mehr auf die Tischdecke." Ich nickte, endlich hatte ich es verstanden. Sie fragte wieder sehr lieb "Wollen wir den nun kaufen? Den schenkst Du dann dem Papa und der freut sich!" und ich nickte, konnte mir aber nicht vorstellen, dass mein Papa sich freuen würde.

Schon in dem kleinen Laden lag es mir auf der Seele "Ich will hier nicht wieder weg!" Aber ich traute mich nicht das zu sagen. Immer hielt sie meine Hand und ich empfand es als tröstlich. Aber die Zeit ging unerbittlich weiter. Meine Tante und mein Onkel hatten mir zum Abschied einen kleinen Puppenkoffer und einen Affen geschenkt, den ich noch lange daheim hatte.... Wir fuhren mit dem Zug und ich hoffte, dass ich noch eine Nacht bei meiner Tante in ihrer Wohnung verbringen dürfte. Aber nein, sie hatte es sehr eilig. Wir fuhren mit dem Bus und dem Koffer direkt nachhause. Als wir aus dem Bus ausstiegen, sprach sie die ganze Zeit davon, wie sehr sich meine Eltern freuen würden mich zu sehen und ich klammerte mich an ihrer Hand fest. Was sie da sagte interessierte mich nicht, denn ich wußte, dass es nicht stimmte.

Als wir vor der Tür standen, rutschte mir das Herz in die Hose. Großer Begrüßungsrummel und ich hielt die Hand meiner Tante fest. Wir standen im Flur und meine Tante sprach davon, dass sie nun schnell heimwollte... da platzte es endlich aus mir raus "Ich wünschte, die Tante Ilse wäre meine Mama!" alle waren sprachlos. Meine Tante starrte mich entsetzt an, mein Vater wurde dunkelrot im Gesicht und meine Mutter schien betroffen zu sein.

Ich wußte sofort, dass ich was schlimmes gesagt hatte. Etwas so schlimmes, wie nie zuvor in meinem Leben. Ich rannte ins kleine Gästeklo und schloß mich ein. Ich weinte vor mich hin und hörte dabei doch alles, was im Flur gesprochen wurde. Fast alles.

Meine Mutter sagte auf einmal sehr verbittert zu meiner Tante "Du mußtest sie ja unbedingt mitnehmen!" Und auf die leisen Worte meiner Tante kam nur "Fahr heim, das reicht jetzt!" Mir blieb das Herz beinah stehn und dachte "Oh nein, sie läßt mich wirklich hier???" Meine Tante sagte "Ich habs doch nur gut gemeint!" und mein Vater begann rumzuschreien. Meine Mutter drängte meine Tante raus "Geh, geh endlich!" und sie sagte "Ja, es ist wohl wirklich am besten, ich geh jetzt."

Ich stand auf dem Deckel des Klos und starrte zum kleinen Fenster hinaus. Meine Tante ging wirklich und dass, ohne sich einmal umzudrehen. Was mein Vater ihr alles an den Kopf geworfen hatte, weiß ich nicht mehr. Aber ich hatte so Angst, dass sie mich nun nicht mehr lieb haben würde, weil ich schuld an dem Streit war.

Ich hoffte, meine Eltern würden einfach weggehen, damit ich ungesehen aus dem Klo käme.. aber so leicht sollte es mir nicht gemacht werden. Mein Vater rüttelte an die Tür und schrie "Mach sofort auf! Dich werd ich lehren, sowas zu sagen! Dir bring ich bei, wohin Du gehörst!" und schlug mit der Faust gegen die Tür. Ich zitterte und weinte laut. Meine Mutter sagte auch irgendwas... das sei alles nur die Schuld meiner Tante, sie hätten mich verzogen... und mein Vater schrie "Das werden wir ja sehen! Mach sofort die Tür auf, sonst schlag ich sie ein!!!"

Ich versuchte die Tür aufzuschließen, aber ich war ja erst 5 Jahre alt und hab so gezittert, dass ich nicht mehr wußte, in welche Richtung ich schließen sollte.... ich weinte und rief voller Angst "Ich krieg die Tür nicht auf" Ich mußte was sagen, denn mein Vater tobte immer schlimmer und ich wußte bereits aus Erfahrung, dass er umso wütender wurde, je länger er warten mußte.

Irgendwann ging die Tür doch auf und mein Vater schlug mich im wahrsten Sinne des Wortes windelweich. Ich schrie wie am Spieß und er hörte nicht auf zuzuschlagen. Als er nicht mehr konnte, zitterte ich und konnte kaum noch stehen... ich fiel in die Arme meiner Mutter, die sehr befriedigt dabei stand und LÄCHELTE. Ich hab sie in dem Moment gehaßt, aber meinen Vater mehr gefürchtet. Darum bin ich zu ihr und ließ mich von ihr trösten. Und sie sagte so einen Schwachsinn wie "Siehst Du, wie gut dass Du mich hast?"

Kein Wort warum ich mich bei meiner Tante so geborgen gefühlt habe.. kein Wort, dass sich bei uns was ändern würde.. im Gegenteil. Bei jedem Schlag hat mein Vater mir ins Ohr geschrien, dass ich wie betäubt war..... was hat er geschrien? "WEHE, DU SAGST NOCH EINMAL ZUR TANTE ILSE, DASS DU SIE LIEB HAST!!!" Und das bei jedem verdammten Schlag.

Als irgendwann meine Tante wieder zu Besuch kam, versteckte ich mich. Meine Mutter lachte nur und sagte zu ihr, ich sei eben schüchtern und ja, alles sei wieder gut. Ich habe sie alle gehaßt! Auch meine Tante, die sich einlullen ließ und vor allem meine Eltern: Mein Vater, der mir die schlimmste Tracht Prügel meines Lebens angedeihen ließ und meine Mutter, die tatsächlich mit einem Lächeln dabei gestanden und ohne ein Widerwort zugesehen hat .....ich war 5 Jahre alt.......
von Sensibelchen - veröffentlicht in: Kindheit/Jugend - Community: Befreiung des "Inneren" Kindes
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Saturday, 17. october 2009 6 17 /10 /Okt. /2009 23:38
Ich bin es müde,
immer zu sehen, das jemand versucht, mit mir einen indirekten Machtkampf zu führen. Weil dieser Mensch den Ich meine, erstmal sein eigenes Leben in den Griff bekommen sollte!

Müde,
zu kämpfen, um dann doch wieder mit leeren Händen dazustehen.

Müde,
dass immer ich an allem schuld sein soll. Aber das ist ja sehr viel bequemer, als die Fehler bei sich selbst zu suchen.

Müde,
Menschen zu kennen, die hinterhältig sind und denken, man sei zu blöde es zu merken.

Müde,
dass mir jemand sagt, er sei mein Freund und ist es nicht, weil er sich nur um sich selbst schert.

Müde,
immer wieder enttäuscht zu werden. Letztendlich ist man immer allein.

Müde,
mir einen Kopf zu machen, ob man mich mag oder nicht, denn das ist mir mittlerweile sowas von egal, denn ich weiß, wen ich mag. Und ich weiß, dass es Menschen gibt, die mich mögen, so wie Ich bin !



Und ehe jetzt diverse Leute aufschreien, ob sie gemeint sind.... nein, das ist nur eine allgemeine Betrachtung der Dinge. Ich begegne den Menschen liebevoll und offen.. und bekomme nicht immer das zurück, was ich mir erhoffe.

Ich bin kein Engel, ich bin ich!

Ich bin egoistisch, liebesbedürftig, hilfsbereit, zärtlich, wütend, liebevoll,  zornig, neugierig, hoffnungsvoll, maßlos, wehleidig, bescheiden und vor allem................. hilflos



von Sensibelchen - veröffentlicht in: Der normale Wahnsinn - Community: sinn u. unsinn des lebens
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Friday, 24. july 2009 5 24 /07 /Juli /2009 18:20
Heute morgen bin ich seit 8 Uhr immer wieder alle Stunde aufgewacht.. Migräne und Schlafmangel bereiten mir massive Kreislaufstörungen. Ich hab einen linksdrall beim gehen und mir wars furchtbar schlecht.. um 10 Uhr bin ich dann raus, hab mich im Bad fertig gemacht und dann den PC angeschmissen.. weiter in die Küche gewankt und mir einen Cappuccino gemacht. Dann an den PC noch im Nachthemd und mein online-Spiel gespielt.. nebenbei ein großes Glas Wasser und meinen Cappuccino getrunken und so langsam ging es mir besser. Mein Mann stand auf, ich hörte ihn ächzen und stöhnen. Das Stöhnen war wohl, weil er mich am PC hörte^^

Also eilte ich mich und fuhr die Kiste wieder runter. Gestern abend hat er angekündigt, dass er einkaufen fahren würde und ob ich noch einen Wunsch hätte. Ich sagte "Ja, ich will mit!" Da hat er mich erstmal angeguckt wie eine Kuh wenns donnert. Dann meinte er nur, dass er früh fahren würde und ich sagte, es sei in Ordnung.

Um auf den Morgen zurückzukommen, ich hatte es grade geschafft meinen PC auszumachen, als die Türe aufging und mein Mann mir sagte, dass er fertig sei. Überrascht sah er, dass ich es auch war^^

Also fuhren wir los. Unterwegs unterhielten wir uns über allerhand und ich sprach von einem Bekannten, der mit 46 Jahren Papa geworden ist. Ich meinte "Wo andere schon Enkel haben, fängt er jetzt mit Kinder an!" und mein Mann war empört. er hätte mit einem Baby keinerlei Probleme und sei genauso belastbar wie früher. Ich konnte es mir nicht verkneifen zu sagen "Ja klar, Du bist ja auch nie nachts aufgestanden, hast das Kind gewickelt oder Fläschchen gemacht und gefüttert. Das war ja alles mein Job!" und er brummte vor sich hin. Dann kams, er meinte, dass er auf jeden Fall dazugelernt hätte und einen Fehler nicht wieder machen würde. Ich fragte ihn neugierig, was das sei. Und da kam es wie aus der Pistole geschossen "Ich würde mir von Dir nie wieder in die Erziehung reinreden lassen!" Ich fragte "Wie meinst Du denn das jetzt?" und er war richtig böse... er schnautzte mich an "Also bitte, laß uns DAS nicht ausdiskutieren. Guck Dir doch die Kinder an, siehst ja, was draus geworden ist!" Damit war für ihn das Thema abgeschlossen.

Ich versuchte dann noch weiterzureden und sagte, dass jeder von ihnen seinen Weg geht. Da ist kein Alkoholiker, kein Drogenabhängiger und kein Sozialhilfeempfänger dabei. Alle 3 gehen ihren Weg und sie meistern ihr Leben. Aber er hat da sehr eigene Vorstellungen, die will ich lieber gar nicht wiederholen.

Jedenfalls ließ er sich noch herab und hat geantwortet, allerdings unwirsch und wie immer bin ich an allem Schuld. Wenn er nochmal die Wahl hätte, dann würde er sehr viel strenger sein und sich nicht mehr so auf die Nase rumtanzen lassen blablabla

Und dann fuhren wir auf den Parkplatz des Einkaufsmarktes... Thema wurde damit beendet und nicht mehr weitergeredet. Er hat recht und die Kinder sind mein Produkt... ich sei zu lasch mit ihnen gewesen und und und

Ich hab ihn dann erst wieder an der Kasse gesehen. Was ein Glück, dass ich meine Autoschlüssel dabei hatte, da hätte ich wenigstens ins Auto gekonnt, bis er aufgetaucht wäre^^

Ich hab wieder Gemüse gekauft... Fenchel, Karotten, Zucchini, Lauch, Paprika, Karotten und Kohlrabi. Auch Obst wie Minibananen, Weintrauben, Kirschen und Äpfel. Zuhause hab ich alles weggeräumt, mich umgezogen und saß die ganze Zeit am Tisch und hab Gemüse geputzt, geschnitten, gestieftelt und alles schön in Gefrierbeutel eingefroren.

Vorhin ist unser Jüngster heimgekommen und hat sich gefreut, dass ich Eis gekauft habe... er war noch in Uniform und hat schon eins in der Hand gehabt, damit ist er hoch in sein Zimmer^^

Letzte Woche hat er mich wieder ein bissel aufgeregt... er hatte eine Woche Dienstfrei und ich sagte jeden Tag, er soll mir seine Wäsche zum waschen geben. Am späten Freitagabend kam er mit seiner Wäsche an. Das waren 3 Waschladungen und ich war am Samstag bei meiner Schwester eingeladen und somit nicht verfügbar. Ich schmiß die erste Ladung in die Maschine und spät in der Nacht räumte ich sie in den Trockner und warf die 2. Maschine an.

Am Samstag kam ich sehr spät nachhause und ging trotzdem als erstes in den Keller und wusch den letzten Schwung. Mein Sohn hat die Wäsche vorher vorbereitet, was ich sonst immer mache... also alle Koppel, alle Emblemen und Rangabzeichen, sowie die Namensschilder runter (Er trägt immer den Dienstanzug und da sind so Silberteile dran, die alle vorm Waschen runter müssen) UND vor allem müssen die Taschen ausgeleert werden. Allein seine Uniformhose ist immer voll. Da ist in der Beintasche sein Barret, in der anderen Beintasche sein Nothilfeset, Messer, Dienstanweisung, Schießbuch, Waffenbuch, Spindschlüssel, Tabak, Schokobonspapierchen (wo er die immer her hat?^^) und und und.... jede Menge Zeug, was ich immer zur Seite lege. Und wie gesagt: Er hat es diesmal gemacht. Ich fragte noch, ob alles raus sei. Ja, das wäre es. Und als ich also in Hektik am Sonntagmittag sein Zeug bügelte, fiel mir ein häßlicher brauner Fleck auf seinem hellblauen Hemd auf. Ich war fassungslos und merkte, dass was in der Brusttasche drin war: Eine Zigarette... die hat sauber gefärbt. Ich hab ja auch nur volle 8 Tage gebettelt, er soll mir die Wäsche geben... nur um wieder auf den letzten Drücker zu waschen. Toll... zum erneuten waschen, trocknen und bügeln reichte die Zeit nicht mehr. Also bügelte ich das Ding und er legte es in seinen Schrank. Er mußte also diese Woche mit seinem Weißzeug Dienst schieben, welches er nicht so gern hat. (Sanitäter)

Und heute steht er vor mir, ich frage nach dem Hemd und er "Ach... stimmt ja, das hab ich vergessen. Das liegt in der Stube im Schrank!" Toll.... aber nicht mein Problem. Also wieder eine Woche Weißzeug fürs den Jungen *Augenroll*


von Sensibelchen - veröffentlicht in: Der normale Wahnsinn - Community: *Mein Tag*
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